#15 Bishkek

#15 Bishkek

Der letzte Abschnitt bis Bishkek verging schnell. Die Straße wurde langsam breiter, die Bäume am Straßenrand verschwanden und die Umgebung nahm einen industriellen Charakter an. Mehr und mehr Menschen tauchten auf, mehr und mehr Autos kämpften um die beste Position beim Ampelstart.

Und dann war es da: Das Schild, auf dem „Bishkek“ stand.

Ich atmete kurz durch. Ich war endlich da, ich hatte es tatsächlich geschafft, ich hatte mein Ziel erreicht.

Ich hatte die kirgisische Hauptstadt erreicht.

Wir rollten die letzten Meter bis zum Hostel in der Innenstadt von Bishkek, ich stieg aus und war überglücklich. Wow.

Ich parkte den Audi und realisierte dann erst so wirklich, wo ich eigentlich war. Ich blickte auf den Kilometerzähler, rechnete kurz: Nach mehr als 11.000 Kilometern war ich angekommen.

Das Ganze feierten wir mit kirgisischem Bier.

Ich war überwältigt, als ich mein Handy zur Hand nahm, Google Maps öffnete und langsam herauszoomte. Ich sah meinen Standort am rechten und Deutschland am linken Bildschirmrand; ich hatte tatsächlich den Weg mit dem Auto zurückgelegt. Sich das Ganze so zu visualisieren, war ein krasser Moment.

Meine Tage in Bishkek verbrachte ich sehr entspannt, ich schaute mir die Stadt, aber tat auch einfach mal gar nichts.

Ich muss sagen, Bishkek und Kirgistan haben mir sehr gut gefallen, auch wenn viele der Meinung sind, dass Bishkek nicht viel bietet. Ich finde die Menschen super, die Atmosphäre, die generelle Einstellung im Land. Kirgistan zählt definitiv zu meinen Lieblingsländern!

Im Folgenden lasse ich einfach mal die Bilder sprechen:

Lenin!

Meine Wenigkeit in Bishkek; erleichtert, aber glücklich

Nach ein paar Tagen fuhren Alex und ich weiter nach Karakol, einer kleinen Stadt im äußersten Osten des Landes, von dort ist es nicht mehr weit bis China, knapp 150 Kilometer und auch nicht weit vom meist-kontinentalen Punkt der Erde, ergo dem Punkt der am weitesten von allen Weltmeeren entfernt ist.

Die Fahrt führte uns am Issyk-Kul-See entlang. Der See ist der zweitgrößte Gebirgssee der Welt und eines der Highlights in Kirgistan, nicht zuletzt auch aufgrund der Schönheit der Gegend. Uns fehlte leider die Zeit, einen längeren Stopp einzulegen, und auch das Wetter an diesem Tag war nicht das Beste.

In Karakol selbst gibt es nichts, der Ort stellt eher einen Ausgangspunkt für Wandertouren dar, es war aber recht kalt weswegen wir uns gegen ebensolche entschieden.

Alexander musste zurück nach Russland, sodass wir uns in Karakol trennten; er würde zurück nach Bishkek fahren, ich stattdessen zur kasachischen Grenze. Glücklicherweise lernte ich Lukas aus Tschechien kennen; er ist Sportlehrer und reist im Moment bevor er seinen nächsten Job antritt.

Wir füllten noch einige Vorräte wieder auf, tankten und fuhren Richtung Grenze. Auch hier wieder eine Straße, die keine war, aber die Landschaft drumherum glich das wieder aus.

Nach einer Stunde erreichten wir den Grenzübergang, ein Checkpoint mitten im Nirgendwo. Ich weiß nicht, wieso dieser Übergang existiert, aber er tat es und lag praktischerweise auf dem Weg nach Almaty.

Die Grenzer sehen maximal ein paar Autos am Tag und waren entsprechend froh über unser Kommen, über die Abwechslung und über die Touristen, an denen sie ihre Englisch- und sogar Deutschkenntnisse ausprobieren konnten.

Die Kontrolle selbst war die schnellste auf meiner ganzen Reise, nach nicht einmal 15 Minuten waren wir in Kasachstan.

Unser Weg führte uns dann über eine hügelige Fernstraße zum Charyn Canyon, eine schroffe Gesteinslandschaft mitten im Tiefland, die gefühlt aus dem Nirgendwo auftaucht.

Am besten lässt sich die Landschaft mit dem Grand Canyon vergleichen, ähnlich schroff und bizarr geformt.

Nach unserer Ankunft bauten wir unsere Zelte auf, wir würden die Nacht am Canyon verbringen. Mit den letzten Sonnenstrahlen erkundeten wir den Canyon, es war wundervoll.

Mit der Dämmerung tauchten die ersten Sterne auf, und uns bot sich ein unglaubliches Spektakel.

A Camper’s Dream

Nach dem Aufstehen waren wir froh, dass wir am Vortag Glück mit dem Wetter gehabt hatten, denn an diesem Morgen war es bewölkt und das gesamte Areal sah deutlich weniger spektakulär aus.

Nach dem Frühstück stiegen wir ins Auto und fuhren nach Almaty.

Dieser Blogeintrag fällt etwas kürzer aus als sonst, aber ich hatte leider wenig Zeit, wollte demnoch wenigstens etwas schreiben. 


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